Der Eigentümer von William Hill und der Online-Casino-Marke 888 hat einem Übernahmeangebot des griechischen Casino-Betreibers Bally’s Intralot in Höhe von 243 Millionen Pfund zugestimmt, berichtet The Guardian. Der Deal wurde nach zweimonatigen Verhandlungen abgeschlossen und spiegelt bedeutende Veränderungen im britischen Glücksspielmarkt wider.
Was ist passiert
Die Vereinbarung zwischen Evoke, der Muttergesellschaft von William Hill, und Bally’s Intralot folgt auf umfangreiche Gespräche in den letzten zwei Monaten. Der Deal, der mit 52 Pence pro Aktie bewertet wird, stellt einen Aufschlag von 77 % auf den durchschnittlichen Aktienkurs von Evoke dar. Dieser Verkauf folgt auf einen erheblichen Rückgang für Evoke, dessen Aktienkurs seit der Übernahme des Wettnetzwerks von William Hill für 2,2 Milliarden Pfund im Jahr 2022 um 90 % gefallen ist.[1]
Die Veränderungen im britischen Glücksspielumfeld, insbesondere die Entscheidung der Regierung, die Fernspielsteuer von 21 % auf 40 % zu erhöhen, veranlassten Evoke, strategische Optionen zu prüfen. Der Geschäftsführer, Per Widerström, deutete an, dass diese Steuererhöhungen das Unternehmen jährlich bis zu 135 Millionen Pfund kosten könnten. Intralots Vorsitzender, Soo Kim, äußerte Vertrauen, dass die Fusion den Aktionären beider Parteien erheblich zugutekommen wird.
Warum es wichtig ist
Der Abschluss dieser Übernahme unterstreicht die volatile Natur des Glücksspielmarktes im Vereinigten Königreich. Nach den Steuererhöhungen steht Evoke unter Druck, sich an eine veränderte Wettbewerbslandschaft anzupassen, was Herausforderungen für die Rentabilität der Betreiber darstellt. Die Fusion ermöglicht es Intralot, seine Präsenz als Casino- und Lotteriebetreiber inmitten dieser finanziellen Turbulenzen zu stärken.
Hintergrund
Am 20. Mai 2022 erwarb Evoke das Netzwerk von 1.400 Buchmachern von William Hill in Großbritannien für 2,2 Milliarden Pfund. Diese Übernahme wurde damals als großer Erfolg angesehen. Seitdem haben sich jedoch finanzielle Herausforderungen verschärft, was Evoke dazu veranlasste, im Dezember 2025 eine Überprüfung strategischer Optionen einzuleiten, indem sie Finanzberater von Morgan Stanley und Rothschild ernannte.[3]
Anfang 2023 sah sich Evoke mit betrieblichen Rückschlägen konfrontiert, darunter die Absetzung des Geschäftsführers im Zuge einer internen Untersuchung zu Compliance-Verstößen. Diese Vorfälle trugen zu einem Rückgang des Anlegervertrauens und Herausforderungen beim Aktienkurs bei, was letztlich zur Entscheidung führte, eine Übernahme anzustreben, um den Aktionärswert zu maximieren.
Wie geht es weiter
Der Prozess der behördlichen Genehmigung für die Übernahme wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen, wobei die Beteiligten bis Ende 2026 mit einem klareren Verständnis der zukünftigen Wettbewerbslandschaft rechnen.

