Israelische Truppen haben laut The Guardian ein sieben Monate altes palästinensisches Baby im besetzten Westjordanland getötet. Der Vorfall ereignete sich am 27. Mai 2026, als Soldaten das Feuer auf ein Familienfahrzeug in Hebron eröffneten, wobei das Baby und ein Elternteil verletzt wurden.
Was passiert ist
Israelische Soldaten eröffneten das Feuer auf ein Auto, in dem sich Sam Fahd Abu Haikal, seine Eltern und Geschwister im Gebiet Tel Rumeida in Hebron befanden. Das sieben Monate alte Baby erlitt schwere Verletzungen und starb später nach der Evakuierung ins Krankenhaus. Auch die Eltern wurden bei dem Vorfall verletzt.[1]
Das israelische Militär behauptete, die Truppen hätten auf ein Fahrzeug geschossen, das sie als schnell herannahend wahrnahmen. Eine erste Untersuchung ergab jedoch, dass die Verletzten tatsächlich unbeteiligte Zivilisten waren. In einem Interview mit Haaretz erklärte Sams Vater, Fahd Abu Haikal:
„Eine Kugel durchschlug seine Hand und traf seinen Sohn Sam, der von seiner Mutter auf dem Rücksitz gehalten wurde.“
Abu Haikal erklärte, dass die Familie der Aufforderung eines Soldaten, anzuhalten, nachgekommen sei. Er fügte hinzu: „Der Soldat gab mir ein Zeichen zu stoppen. Ich brachte das Auto zum völligen Stillstand und hob die Hände ans Lenkrad. Unmittelbar danach eröffneten sie das Feuer auf das Fahrzeug.“ Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) räumten ein, dass die Soldaten ein Fahrzeug wahrgenommen hatten, das auf sie zu beschleunigen schien, drückten jedoch später ihr Bedauern über den Schaden an Zivilisten aus.[2]
Warum es wichtig ist
Die Erschießung von Sam Fahd Abu Haikal wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Gewalt durch israelische Truppen in zivilen Gebieten auf. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen in der Region, bei denen in den letzten Monaten zahlreiche zivile Opfer gemeldet wurden. Solche Ereignisse verstärken oft die öffentliche Empörung und vertiefen das Misstrauen zwischen den Gemeinschaften.
Hintergrund
Am 15. März 2026 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in Tamoun, bei dem israelische Truppen ein palästinensisches Ehepaar und zwei ihrer Kinder töteten, während sie durch das Dorf fuhren. Menschenrechtsgruppen haben Bedenken hinsichtlich des militärischen Verhaltens bei Operationen in zivilen Kontexten geäußert und auf Muster von Gewalt gegen Familien hingewiesen.
Laut der UN wurden seit Beginn der jüngsten Konflikte mehr als 1.000 Palästinenser im Westjordanland und Ost-Jerusalem getötet, was einen beunruhigenden Trend darstellt, der das Leben von Zivilisten betrifft.
Wie es weitergeht
Eine Untersuchung des Schusses auf Sam Fahd Abu Haikal wurde eingeleitet, wobei Abu Haikal Rechenschaft für den beteiligten Soldaten fordert. Weitere Entwicklungen in diesem Fall und mögliche militärische Überprüfungen werden in den kommenden Wochen erwartet.

