Indische Behörden planen eine risikobehaftete Operation zur Bergung des gefrorenen Körpers des Bergsteigers “Green Boots” vom Mount Everest, berichtet CBS News. Ziel dieser Mission ist es, die Überreste, die seit fast 30 Jahren auf dem Berg liegen, bis Oktober 2026 nach Delhi zu bringen.
Was ist passiert
Die Indo-Tibetische Grenzpolizei sucht Angebote von Hochgebirgsbergrettungsagenturen für die anspruchsvolle Operation am Nordhang des Everest. Ein Ausschreibungsdokument legt fest, dass das beauftragte Team den Körper innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens bergen muss. “Für das gesamte Rettungsteam ist das ein hohes Risiko”, sagte Tshiring Jangbu Sherpa, Gründer der Everest Sherpa Expedition.
Sherpa, der den Everest bereits mehrfach erfolgreich bestiegen hat, deutete an, dass ein hochqualifiziertes Team von zehn Personen bis zu einer Woche für die Bergung benötigen könnte. “Es wäre unmöglich, die Operation vor dem Frühling zu versuchen, aufgrund der Wetterbedingungen”, fügte er hinzu und äußerte Bedenken über den engen Zeitrahmen von Juni bis Oktober, der im Ausschreibungsdokument festgelegt ist.[3]
Warum es wichtig ist
Der Versuch, die Überreste von “Green Boots” zu bergen, wirft ein Licht auf die größere Debatte über die mehr als 200 Körper, die angeblich noch auf dem Mount Everest liegen. Diese Frage wirft ethische Überlegungen auf, ob die Verstorbenen geborgen oder aufgrund der Risiken bei Bergungsmissionen auf dem Berg gelassen werden sollten.[2]
Einige Bergsteiger ziehen es vor, dort gelassen zu werden, wo sie gestorben sind, während andere, wie Sherpa, argumentieren, dass Bergungsbemühungen für die Hinterbliebenen der Verstorbenen von entscheidender Bedeutung sind.
Hintergrund
Am 10. Mai 1996 sah sich eine Gruppe von Bergsteigern, darunter Tsewang Paljor, einem plötzlichen Sturm gegenüber, während sie versuchten, den Everest zu besteigen. Ihr Schicksal wurde in Jon Krakauers Buch “In den Bergen der Toten” dokumentiert. Während drei Bergsteiger aus der Gruppe weiter in Richtung Gipfel gingen, kehrten sie nicht zurück, wodurch Green Boots der einzige identifizierbare Körper blieb. Jüngste Dokumente zeigen, dass die Überreste dem indischen Soldaten Dorje Morup zugeordnet werden, was durch DNA-Tests bestätigt wurde.[1]
Was kommt als Nächstes
Die Indo-Tibetische Grenzpolizei wird voraussichtlich bald Vereinbarungen mit den Bergungsteams abschließen, da die Ausschreibung vorsieht, dass die Operation bis Oktober 2026 abgeschlossen sein muss.

