Am 27. Mai 2026 haben französische Abgeordnete beschlossen, ein historisches Gesetz zur Regelung von versklavten Menschen aufzuheben, berichtet AP. Die Nationalversammlung genehmigte das Gesetz mit einem einstimmigen Votum von 254-0 und schaffte damit den im 17. Jahrhundert eingeführten “Code Noir” ab, was einen bedeutenden Schritt im Umgang mit Frankreichs kolonialer Vergangenheit darstellt.
Was ist passiert
Am 27. Mai 2026 unternahmen französische Abgeordnete im Unterhaus des Parlaments einen symbolischen Schritt und stimmten für die Aufhebung des “Code Noir”, eines Dekrets, das 1685 von König Ludwig XIV. erlassen wurde. Dieses Gesetz regelte lange Zeit das Leben von versklavten Menschen in den Kolonien Frankreichs. Die Verabschiedung des Gesetzes wird als entscheidende Anerkennung von Frankreichs kolonialer Vergangenheit angesehen, wobei das einstimmige Votum der Nationalversammlung einen seltenen Moment der Einigkeit unter den Gesetzgebern hervorhebt.
“Das wurde von Menschen gemacht — gegen Menschen,”
sagte Max Mathiasin, ein Abgeordneter, der von versklavten Personen abstammt. Viele Abgeordnete teilten ähnliche Ansichten und betonten die Notwendigkeit dieser Aufhebung, um Frankreichs historische Ungerechtigkeiten anzugehen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat kürzlich angedeutet, dass Reparationszahlungen für Sklaverei notwendig sein könnten, jedoch keine konkreten Details angeboten. Das Gesetz hatte versklavte Personen als Eigentum klassifiziert, und seine Existenz schockierte viele, da es nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1848 nie formell aufgehoben wurde.
Warum es wichtig ist
Die Aufhebung des Code Noir ist ein Schritt zur Konfrontation mit dem kolonialen Erbe, das seit Jahrhunderten in Frankreich besteht. Beobachter betrachten diese Maßnahme als einen wesentlichen ersten Schritt, wenn auch einen symbolischen. Die langanhaltende Präsenz dieses Gesetzes in der französischen Rechtsgeschichte verdeutlicht die Herausforderungen, die mit der Bekämpfung von systemischem Rassismus und Ungleichheiten verbunden sind, die auch heute noch die Nachkommen versklavter Menschen betreffen.
Viele Befürworter argumentieren, dass über die bloße Aufhebung hinausgehende Maßnahmen notwendig sind, um die Überreste kolonialer Gesetze abzubauen und die rassischen Ungleichheiten anzugehen, die in Frankreichs Überseegebieten bestehen, wo viele Nachkommen ehemaliger versklavter Personen leben.
Hintergrund
Frankreich schaffte die Sklaverei 1848 ab, aber der Code Noir blieb aktiv und fungierte fast zwei Jahrhunderte lang als Relikt kolonialer Kontrolle. Am 20. Mai 2026 begannen die Abgeordneten mit den Diskussionen zur Aufhebung des Codes, wobei sein Status als bleibendes Symbol kolonialer Unterdrückung offenbar wurde, während Frankreich versuchte, seine historische Erzählung zu korrigieren.
In den Jahren seit der Abschaffung wurden Gebiete wie Guadeloupe und Martinique als Überseedepartements Frankreichs integriert, erleben jedoch weiterhin sozioökonomische Ungleichheiten im Vergleich zum Festland. Der Fortschritt zur Aufhebung spiegelt die fortlaufenden Bemühungen wider, mit dieser komplexen Vergangenheit ins Reine zu kommen.
Was kommt als Nächstes
Die Maßnahmen des französischen Parlaments werden die kommenden Diskussionen über Reparationszahlungen beeinflussen und weiterhin den Dialog über Rassenbeziehungen in Frankreich fördern, insbesondere während Macrons erwarteter Rede zu Reparationen im Juni 2026.

