The Boys: Eine subversive Sicht auf Superhelden-Tropen
Als The Boys 2019 auf Prime Video debütierte, schien es, als würde eine komödiantische Stimme alle lästigen Klischees im Superhelden-Genre ansprechen und scharfe Kritiken liefern, während sie dem Genre den Mittelfinger zeigte. Nun, da die Serie zu Ende ist, hat man das Gefühl, dass sie ironischerweise zu dem geworden ist, was sie ursprünglich verspottet hat, insbesondere in ihrer letzten Staffel.
Der Druck der letzten Staffel
Die letzte Staffel von The Boys war mit enormen Erwartungen verbunden. Die Fans waren besorgt, wie die Serie ihre offenen Handlungsstränge auflösen würde, insbesondere nach zwei Staffeln der Stagnation und dem vorzeitigen Ende eines vielversprechenderen Spin-offs. Showrunner Eric Kripke äußerte seine Ängste, dass die Show zu dem werden könnte, was sie seit fünf Jahren satirisiert. Generell waren die Finalfolgen der fünften Staffel von erheblichem Gewicht, und der Trailer deutete auf einen massiven Konflikt hin, in dem zentrale Bilder von Homelander (Antony Starr) zu sehen waren, der die Welt beherrscht, und Billy Butcher (Karl Urban), der durch die Ruinen des Vought Towers wandert.
Ein Wandel im Momentum
Im dritten Episode der fünften Staffel stellte sich eine nagende Erkenntnis ein: Das Gefühl von Dringlichkeit und Momentum, das zur Finalfolge führte, schien zu fehlen. Stattdessen wirkte es unausgewogen, als wäre der Show nicht bewusst, dass ihr die Zeit für ein episches Ende davonlief. Es fühlte sich an, als würde man einen Lieblingskomiker beobachten, der auf der Bühne versagt… und das acht Stunden lang.
Enttäuschender Humor und Gags
Im Verlauf der acht Episoden wirkte die fünfte Staffel überdehnt, mit übermäßig elaborierten Vorbereitungen für ihre Witze, die oft ins Leere gingen. Die realpolitischen Themen, die die Show parodierte, überschatteten oft die Erzählung und antizipierten manchmal reale Ereignisse Wochen im Voraus. Während einige Witze einen gewissen Grad an Cleverness behielten, zündeten sie selten mit dem gleichen Pfiff wie in früheren Staffeln. Es erinnerte an einen Komiker, der nervös auf die Uhr schaut und abgedroschene Witze wiederverwertet, anstatt frischen Humor zu liefern.
Charakterkämpfe und verpasste Chancen
Trotz einiger herausragender Momente, wie Antony Starrs Darbietung als Homelander und Valorie Currys fesselnde Darstellung von Firecracker, entwickelten sich die Charaktere oft rückwärts. Die Erzählung griff häufig alte Themen auf, ohne Fortschritte zu machen, und einige Charaktereinführungen fühlten sich eher wie Umwege als wie bedeutungsvolles Geschichtenerzählen an. Zum Beispiel überschattete der Fokus auf Soldier Boy (Jensen Ackles) oft zentrale Erzählstränge und ließ Handlungsstränge ungelöst.
Gemischte Reaktionen auf die letzte Staffel
Obwohl es Höhepunkte gab, wie die emotionale Reise von Butcher und Hughie, fühlte sich der Gesamton disjointed und unkonzentriert an. Meta-Humor sorgte gelegentlich für Schmunzeln, aber die Show fand nie ganz zu ihrer Form zurück und verließ sich zu stark auf Schockwert und Vulgarität. Das Finale hatte Schwierigkeiten, die gewünschte Wirkung zu erzielen und fühlte sich letztlich mehr wie ein hohles Echo ihrer früheren Brillanz an.
Fazit: Ein fehlgeleitetes Finale
Die fünfte Staffel von The Boys als passendes Abschied zu bezeichnen, erfasst nicht ganz das Wesen der Show. Es scheint, dass sie, während sie zeitgenössische Trends parodierte, unabsichtlich die Dinge widerspiegelte, die sie einst kritisierte, was zu Spin-offs und Franchise-Ambitionen führte, die viel zu wünschen übriglassen. Die letzte Staffel ist derzeit auf Prime Video verfügbar.

