Erwartungen an einen Konzeptfilm
Ein fesselnder Konzeptfilm sollte sein Publikum packen, ohne ihnen Zeit oder Lust zu geben, über die einfache Prämisse nachzudenken. Wenn ein Film beispielsweise einen offen misogynen Charakter in ein Fegefeuer versetzt, in dem die Geschlechterdynamik auf den Kopf gestellt wird, muss er genügend Tiefe oder Humor bieten, um zu verhindern, dass die Zuschauer die Kreativität der Autoren in Frage stellen. Leider verlässt sich Ladies First auf Klischees, die an den uninspirierten Humor älterer Komödien erinnern und stark von einem französischen Film aus dem Jahr 2018, I Am Not An Easy Man, abgeschaut sind.
Charaktere und Prämisse
Der Film zeigt einen abstoßenden Charakter, gespielt von Sacha Baron Cohen, der Damien darstellt, einen schmierigen Geschäftsmann in einem cartoonhaften Universum, der sich darauf vorbereitet, seine Werbeagentur zu leiten. Nach einigen Szenen voller Sexismus — einschließlich seiner symbolischen Beförderung der kreativen Juniorin Alex (Rosamund Pike) — findet sich Damien in einer bizarren Welt wieder, in der Frauen Karikaturen traditionell männlicher Verhaltensweisen verkörpern, wie grobem Humor und verantwortungslosen Gewohnheiten.
Geschlechterumkehr im komödiantischen Kontext
Dieses neue Universum beinhaltet ironischerweise einen virtuellen Assistenten namens „Alexo“ und benennt Fast-Food-Ketten in „Burger Queen“ um. Männer werden humorvoll dargestellt, wie sie an Spinning-Kursen teilnehmen und sich pflegen, Elemente, die veraltet und unoriginell wirken. Die Gegenüberstellung eines klassischen Songs wie „Walk On The Wild Side“ in diesem Kontext bietet eine seltsame, kontraproduktive Sichtweise, die die Zuschauer an trans- und nicht-binäre Identitäten erinnert, während Geschlechterrollen auf eine veraltete Weise gerahmt werden.
Lektionen für den Protagonisten
Damien’s Reise in dieser alternativen Realität dient als Lektion über Demut, die metaphorisch als eine Form der Bestrafung für sein vorheriges Verhalten dargestellt wird. Um seine Position in der von Männern dominierten Unternehmenswelt zurückzugewinnen, muss er seine neu ermächtigten Kollegen, insbesondere Alex, überlisten, die ihn in diesem Rollentausch herausfordert.
Wiederverwerteter Humor und uninspirierte Handlungsstränge
Der Humor in Ladies First wirkt recycelt, mit abgedroschenen Witzen, die aus jahrzehntealten Comedy-Archiven zu stammen scheinen. Dies lässt das Publikum fragen, ob der versuchte Humor überhaupt für einen Spielfilm bestehen kann. Darüber hinaus tragen Themen wie eine peinliche Liebesgeschichte zwischen Alex und Damien sowie eine unangenehme Verwandlungsszene zur Ineffektivität des Films bei.
Visuelle und künstlerische Mängel
Insgesamt fehlt es dem Design des Films an der Lebhaftigkeit und Kohärenz, die man von Mainstream-Komödien erwartet. Anstatt ein cineastisches Erlebnis zu bieten, scheint er eher für ein lockeres Anschauen auf persönlichen Geräten geeignet zu sein, bei dem die Zuschauer leicht abschalten können. Dieser Trend spricht für die abnehmenden Erträge formelhaftiger Komödien in der heutigen Medienlandschaft.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ladies First es nicht schafft, seinen uninspirierten Wurzeln in abgestandener Komödie zu entkommen, und dem Publikum wenig bietet, mit dem es sich über eine oberflächliche Erzählung hinaus beschäftigen kann. Die beteiligten Talente können nur hoffen, dass die Zuschauer nicht vor dem Abspann einschlafen, da dieser Film Schwierigkeiten hat, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

