Chinesische Behörden löschen laut der Associated Press die Erinnerungen an das tödliche Massaker auf dem Tiananmen-Platz von 1989. Diese Ankündigung erfolgt, nachdem die Polizei den Angehörigen den Zugang zu den Gräbern der Opfer am Jahrestag der Proteste, die am 4. Juni 1989 in Peking stattfanden, verweigerte.
Was geschah?
Die chinesische Polizei informierte die Angehörigen der Opfer des Tiananmen-Massakers, dass ihnen der Besuch eines Friedhofs in Peking am Jahrestag des Massakers nicht gestattet sei. Eine anonyme Quelle, die aus Angst vor Repressalien anonym bleiben möchte, bemerkte, dass dies Teil einer jahrelangen Kampagne sei, um das öffentliche Gedenken an die Ereignisse zu eliminieren. Seit über 30 Jahren besuchen Mitglieder der Gruppe, die als Tiananmen-Mütter bekannt ist, die Gräber ihrer Angehörigen und verteilen Gedenkerklärungen unter Polizeiaufsicht.
Das Massaker von 1989 führte zu Hunderten, möglicherweise Tausenden von Todesopfern, als Truppen auf dem Tiananmen-Platz gegen Demonstranten vorgingen. Die Entscheidung der Kommunistischen Partei Chinas, militärische Gewalt einzusetzen, war entscheidend und führte zu schnellen wirtschaftlichen Reformen ohne politische Liberalisierung. „Das Opfer unserer Familienmitglieder ist ein unauslöschlicher Schmerz, der in unsere Herzen eingebrannt ist“, erklärte Zhang Xianling von den Tiananmen-Müttern.
Warum es wichtig ist
Die Unterdrückung des Gedenkens an die Tiananmen-Platz-Proteste stellt eine bedeutende Herausforderung für die freie Meinungsäußerung in China dar. Amnesty International verurteilte die Maßnahmen und erklärte: „Den Angehörigen der beim Tiananmen-Massaker Getöteten zu verbieten, die Gräber ihrer Lieben zu besuchen, ist ein herzloser Akt der chinesischen Behörden.“ Diese Verweigerung des Gedenkens spiegelt einen breiteren Trend der Zensur im Land wider.
Hintergrund
Am 27. Mai 2026 intensivierte die chinesische Regierung ihre Bemühungen, das offene Eingeständnis der Tiananmen-Proteste zu unterdrücken, und markierte damit 37 Jahre seit dem Ereignis. In Hongkong verhängte die Polizei verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um Parks, die traditionell für Gedenkfeiern genutzt werden. Diese Gedenkfeiern wurden seit 2020 unter dem Vorwand von Gesundheitsbedenken im Zusammenhang mit der Pandemie verboten.
Wie geht es weiter?
Künftige Entwicklungen umfassen mögliche Reaktionen internationaler Organisationen und Regierungen, um weiterhin Menschenrechtsverletzungen in China anzugehen. Bemerkenswert ist, dass drei Organisatoren von Mahnwachen laufenden Gerichtsverfahren nach dem nationalen Sicherheitsgesetz Hongkongs ausgesetzt sind, wobei in den kommenden Wochen mit Urteilen zu rechnen ist.

